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Grußwort

Liebe Münchnerinnen und Münchner,

Autokolonnen, Lastwägen, Motorräder, quietschende Reifen, wer an einer der Münchner Hauptverkehrsstraßen wohnt, weiß, was es heißt Tag und Nacht von Lärm belästigt zu werden. Aber es ist nicht nur lästig, 24 Stunden am Tag Lärm zu ertragen; eine Dauerbelastung kann die Gesundheit in einem Ausmaß beeinträchtigen, die so nicht mehr hingenommen werden kann. Und dies ist wesentlich bedenklicher.

Lärm führt zur erhöhten Freisetzung von Stresshormonen, auch langfristig. Dies ist mittlerweile über Felduntersuchungen eindeutig nachgewiesen. Es ist zu befürchten, dass der dauerhafte Stress die Risiken für Krankheiten der Herz-Kreislauf-, Magen-Darm- und Immunsysteme in die Höhe treibt. Vor allem das durch Studien belegte erhöhte Herzinfarktrisiko gibt Anlass zur Sorge.

Die Landeshauptstadt München hat, auch im Sinne europäischer Vorgaben, einen umfangreichen Lärmaktionsplan erarbeitet. In einem ersten Schritt haben wir in diesem Zusammenhang vierundzwanzig ganz besonders laute Straßen, an denen zudem noch viele Münchnerinnen und Münchner wohnen, untersucht und zusammen mit den Anwohnerinnen und Anwohnern Maßnahmenpakete erarbeitet. Diesen sogenannten Lärmaktionsplan hat im März der Münchner Stadtrat verabschiedet. Die vorgeschlagenen und zu überprüfenden Maßnahmen reichen von baulichen Maßnahmen im Straßenbereich über Verkehrsverflüssigung und lärmarmen Asphalt bis hin zu einem Schallschutzfenster-Programm.

Lärmschutz geht aber uns alle an. Denn der „beste“ Lärm ist der, der gar nicht entsteht. Und hier sind wir alle gefordert: Die meisten Ziele in der Stadt sind am schnellsten mit dem Fahrrad zu erreichen, München hat eines der best-ausgebauten Öffentlichen Nahverkehrsangebote, viele kurze Wege lassen sich gut zu Fuß bewältigen, bei der Anschaffung eines PKWs könnte dessen Geräuschpegel ein Kaufkriterium sein.

Gerne habe ich wieder die Schirmherrschaft für den „Tag gegen Lärm“ übernommen und wünsche uns allen anregende Veranstaltungen und einen sensiblen Umgang mit Lärm und Ruhe.


Joachim Lorenz
Referent für Gesundheit und Umwelt

Lärmbestimmt oder selbstbestimmt

Gut informiert mitreden beim Lärmaktionsplan
Fachveranstaltung mit Podiumsdiskussion

17. April 2012, 18 Uhr
Kleiner Sitzungssaal im Rathaus, Marienplatz

Die EU-Umgebungslärmrichtlinie von 2002 verpflichtet auch die Stadt München, einen Lärmaktionsplan unter Mitwirkung der Öffentlichkeit vorzulegen und alle 5 Jahre fortzuschreiben.

Ende 2007 wurden Lärmkarten veröffentlicht, 2010 fanden Bürgerforen statt. Nun liegt der Entwurf zum Lärmaktionsplan vor.
Er wurde vom Umweltausschuss zur Kenntnis genommen und soll Ende April dem Stadtrat vorgelegt werden. Danach haben die Bezirksausschüsse nochmals die Gelegenheit, sich zu diesem Entwurf zu äußern, bevor er endgültig verabschiedet wird.

Bringt uns die mehrjährige Arbeit der Stadt München, an der auch die Bezirksausschüsse und die BürgerInnen mitgewirkt haben, eine wirksame Lärmminderung und spürbare Entlastung für möglichst viele Lärmgeplagte?
Wie wird die Abwägung zwischen den berechtigten Interessen von AnwohnerInnen der Untersuchungsgebiete, von Gesundheit und Lebensqualität aller MünchnerInnen, und den Belangen von Wirtschaft und Verkehr ausfallen?
Ist die Umsetzung in angemessener Zeit und unter sparsamer Verwendung von öffentlichen Geldern möglich?

Wenn der Lärmaktionsplan in den nächsten Jahren fortgeschrieben wird, werden Maßnahmen, die in den 24 ausgewählten Untersuchungsgebieten zum Einsatz kommen, und die damit gemachten Erfahrungen auch die zukünftigen Maßnahmen in anderen Straßen und Stadtteilen beeinflussen.

Die Veranstaltung wendet sich daher insbesondere an Stadtteil-PolitikerInnen aus ganz München und an lärmbetroffene und interessierte BürgerInnen.

 

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Auf dem Podium

StadträtInnen Sabine Nallinger, Dr. karl Hoffmann, Dr. Manuela Olhausen, Heide Rieke

Moderator Gerd Steger, Referentn Joachim Lorenz, Matthias Hintzsche

Besser leise lernen - wenn Akustik Schule macht

Fachanhörung

23. April, 15 Uhr

Begrüßung, Waltraud Lučić, Vizepräsidentin des BLLV

Gunhild Preuß-Bayer, Gesundheitsladen München e.V.

Besser verstehen - Einführung in das Uniklassenzimmer

Dr. Michael Kirch/Kai Nitsche, LMU, Fachbereich Grundschulpädagogik

Jetzt erst Recht! - Akustische Anforderungen an Klassenzimmer

Peter Hammelbacher, BLLV-Akustikexperte

Inklusion fordert die Rahmenbedingungen - Auswirkungen auf Schüler/-innen mit besonderem Förderbedarf

Ulrike Girardet, StRin FS, MSD Hören

Was ist jetzt los? - Beobachtungen einer Lehrerin

Kerstin Wöhrle, Lehrerin Haimhauserschule

So oder so? - Akustischer Vergleich mit dem Nachbarklassenzimmer Diskussion

Veranstalter: BLLV Arbeitskreis Lärm, BLLV-Akademie & Gesundheitsladen München e. V.
Ort: Uni-Klasse, Grundschule an der Haimhauserstraße