Sie sind hier: Gesundheitsförderung > Leitlinie Gesundheit - Stellungnahme des GL

Juni 2010: Stadt München druckt Leitlinie Gesundheit

Nun ist sie unter dem Titel "Rundum gesund" erschienen und im GL ebenso wie im Gesundheitsreferat und im Internet  erhältlich

Leitlinie Gesundheit - in aller Munde?

Die Leitlinie Gesundheit – ein weiterer Baustein der Stadtentwicklungskonzeption PERSPEKTIVE MÜNCHEN – befindet sich in der Öffentlichkeitsphase. Nach der Billigung des Entwurfes durch den Stadtrat im Februar 2008, wurde die Leitlinie der Fachöffentlichkeit sowie den MünchnerInnen vorgestellt und zur Diskussion ‚freigegeben’.
Anregungen und Ergebnisse werden aufgenommen und dem Stadtrat zur abschließenden Beratung vorgelegt.

 

Am 23.9.08 luden Vorstand und Team des Gesundheitsladens München e.V. (GL) Mitglieder, Betroffene, VertreterInnen anderer Einrichtungen, der Krankenkassen sowie der Kassen(zahn-)ärztlichen Vereinigung zur
Diskussion. In engagierten Arbeitsgruppen wurden Einleitung und die vier Themenfelder der Leitlinie durchleuchtet (Gesundheitliche Chancengleichheit; Prävention und Gesundheitsförderung; Gesundheitsförderliche Umwelt; Gesundheitliche Versorgung).

Gleich im ersten Satz stolperten die Diskutanten über eine unglückliche Hierachisierung: Die Bedeutung von ‚Gesundheit’ als die Gesellschaft bewegende Kraft wird dort aus ökonomischer (1!), politischer (2) und sozialer (3) Sicht festgestellt. Die Reihenfolge – und damit Betonung – sollte jedoch umgekehrt sein.

Aus den vielfältigen Beiträgen und Stellungnahmen der Veranstaltung seien an dieser Stelle einige herausgegriffen:

• Gesundheitspolitik muss sich „bottom-up“ (von den Betroffenen hin zu politischen EntscheidungsträgerInnen)
verwirklichen. Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist ein erster Schritt in diese Richtung (Lob!).
• Die Sprache muss verständlich sein. Das zugrunde liegende Verständnis von „Gesundheit“ muss erläutert werden. Verantwortlichkeiten und Finanzierungsmöglichkeiten der LH München sollen dargestellt werden.
• Einige Zielgruppen fehlen, z.B. mittlere Lebensalter und deren Bezug zum Arbeitsleben, nicht versicherte alte Menschen, seelische Gesundheit.
• Die Leitlinie focussiert stark die Leistungen der Stadt und vernachlässigt dabei diejenigen ihrer Partner, den zahlreichen Beratungsstellen, wie etwa dem GL.


Die Anwesenden formulierten auch Wünsche,u.a.:
• Barrierefreier Internet-Zugang zur muenchen.de
• Stärkere Berücksichtigung der speziellen Situation erkrankter Menschen
• Versorgungsforschung
• Medizinische Versorgung von Menschen ohne Aufenthaltspapiere sicherstellen
• Aufsuchende Hilfen fördern, verstärken und zusätzliche Strukturen schaffen.


Auch an Vorschlägen zu Leitprojekten und Ideen mangelte es nicht:
• Bewegung im Alltag
• Bewegungsfreundliche Umwelt
• PatientInnen stärken: Konflikte in der Versorgung durch Aufklärung und Beratung vermeiden
• Sicherstellungsauftrag für stationäre Versorgung
• Leitlinie „Fehlerkultur: CIRS + Beratungsmöglichkeiten“
• Medienkompetenz für alle Altersgruppen mit jeweils lebensweltlichem Schwerpunkt.


Die Öffentlichkeitsphase schließt mit Jahresende.
Der Stadtrat wird sich 2009 erneut mit dieser Leitlinie beschäftigen.
Die Fachöffentlichkeit und auch Betroffene werden das Papier daran messen, ob formulierte Grundsätze, Ziele und Verantwortlichkeiten umgesetzt werden.


Nachtrag im Dez.08:
Leitlinie Gesundheit - In aller Munde?
Vertreterinnen der Katholische Stiftungsfachhochschule teilten soeben mit, dass die Leitlinie auf Hochschulebene nicht bekannt ist ...

Noch gibt es eine Chance zum Mitreden - die Stadt lädt ein:

Leitlinie Gesundheit - Diskutieren Sie mit uns
am 19. Februar 2009 im Alten Rathaussaal
über die Zukunft der Münchner Gesundheitspolitik

Für die, die mehr wissen wollen:
http://www.muenchen.de/Rathaus/rgu/vorsorge_schutz/leitlinie_gesundheit/228865/index.html